Der Blick zurück ins Leben

Oft denke ich mir, wenn ich so an einem Punkt in meinem Leben stehe, wie mein Leben bisher verlaufen ist. Was habe ich gut gemacht, was weniger. Wo sind Bereiche, die ich überhaupt nicht leiden kann in mir. Gibt es überhaupt gute, die ich mag? Ah ja, das sind ja welche! Denn das Gute finden fällt meist schwerer als das Negative. Ich stehe dann also auf einer kleiner Anhöhe und blicke zurück. Wo waren die Wege, auf denen ich nicht weitergekommen bin? Welche Entscheidungen wollte ich treffen, habe mich jedoch nicht getraut. Wo gab es plötzlich Hilfe aus Richtungen, die ich nie für möglich gehalten habe? Wenn ich alleine darüber nachdenke, wie ich meine eigene Kindheit überlebt habe, welche Gefahren hier waren. Denn meine war haarsträubend. Wie war deine? Wenn sie gut war, dann freue ich mich für dich. Wenn nicht, dann kann ich mit dir mitfühlen. Jeder hat eben seinen bestimmten Startpunkt.

Und dann sehe ich all die verschlungenen Wege in meinem Leben, die ich schon gegangen bin und frage mich. War es immer meine Entscheidung oder wurde ich geführt? Gab es so etwa wie eine unsichtbare Führung in meinem Leben? Meine eigene Erfahrung ist: "JA!" Es gab viele Momenten in meinem Leben, in denen ich mich geführt gefühlt hatte. Da fühlte ich mich aufgehoben und sicher. Auch wenn es im Außen eine Katastrophe nach der anderen gegeben hatte.

Auch wenn es viele Wege gegeben hat, die ich mir sparen hätte können und die mich in extreme Gefahr, physisch oder emotional, gebracht haben. Doch irgendwie habe ich es immer wieder geschafft.


Ich weiß noch, dass ich mir eines Tages ein Versprechen gegeben hatte. Wenn ich eines Tages auf meinem Sterbebett liegen werde, so will ich zurück blicken in mein Leben und sagen: "Es war nicht perfekt, aber ich habe mein Bestes getan. Und ich bin mir selber nie ausgewichen, ich bin den Weg durch mich gegangen. Ich habe aufgehört vor mir selbst wegzulaufen."

Vielleicht mache ich genau deswegen das, was ich jetzt machen. Ich führe Menschen zu sich selbst hin. Es kommen Menschen, die merken, dass das was sie innen spüren und wollen gar nicht zu dem passt, was sie im Außen leben. Und sie wollen ein Gleichgewicht zwischen dem, was sie ausmacht und dem was sie leben und sie umgibt. Oft spürte man dies in einer Partnerschaft oder in anderen wichtigen Lebensbereichen. Etwas gibt es, das man hinterfragen möchte, weil etwas nicht stimmig ist. Nicht mehr. Und ich liebe es, hier eine Unterstützung sein zu dürfen.

Und da sehe ich, dass ich ganz mir über drei Dinge ganz sicher sein kann.


1. Dass ich eine bestimmte Präsenz in meinem Leben spüre, der ich sehr dankbar bin und die mich stets führt in meinem Leben. Ich nenne sie die "unsichtbare Hand."

2. Das ich aufgehört habe, vor mir selber wegzulaufen und deshalb immer mehr in ein Leben hineinkomme, das authentisch ist. Der Inhalt in mir passt zur Form im Außen. Und das ist sehr entspannend. Das zieht sich in jeden Lebensbereich.

3. Dass ich schon so viele Dinge in meinem Leben geschafft habe, bei denen ich dachte, dass ich sie nicht überlebe. Doch irgendwie ist es gut gegangen. Wenn ich alleine an meinen Start im Leben denke, bin ich wirklich froh, dass es vorbei ist. Ja, es ist tatsächlich vorbei. Es sind Wunden da, aber trotzdem muss ich dorthin nicht mehr zurück. Ich werde zwar regelmäßig an die Vergangenheit erinnert, aber dieser Weg ist schon gegangen. Er ist vorbei. Und ich kann ihn nun hinter mir lassen.


Wenn du dich so umsiehst in deinem Leben und zurück blickst oder in die Gegenwart. Was entdeckst du dort? Wofür bist du dankbar? Was hast du schon (unerwartet) geschafft? Wofür bist du dankbar, dass es endlich vorbei ist? Und was ist nicht mehr stimmig? Was würdest du gerne ändern?


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​© 2019 Veritat e.U. Simon Rivière

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